Aktuelles in der Kategorie KDE

klogo-official-oxygen-128x128.pngPhoronix hat seine Test-Suite genutzt, um den Speicher- und Stromverbrauch verschiedener aktueller Desktops zu vergleichen. Die ermittelten Ergebnisse müssen aber differenziert betrachtet werden.

Der "Power & Memory Usage"-Test wurde durchgeführt, um zu ermitteln, ob LXDE und XFCE ressourcenschonender sind als Gnome und KDE. Dabei kam auf den ersten Blick heraus, dass KDE besonders viel Speicher und Strom verbraucht. Die Desktops wurden dazu in ihrer Standard-Installation auf Ubuntu getestet. Die Werte sind aber mit Vorsicht zu betrachten.

So ist zum Beispiel das Messen des Speicherverhaltens von Applikationen nicht-trivial, exakte Messungen erfordern eine Menge Aufwand. Hintergrund ist unter Anderem, dass viele Applikationen sich den Speicher teilen - gerade bei KDE wird das massiv genutzt. Nur die wenigsten Programme können diesen geteilten Speicherverbrauch sauber auseinander rechnen. "top" und "free" sind zum Beispiel wertlos unter diesen Gesichtspunkten, wenn überhaupt sollte bei so etwas eher "exmap" genutzt werden. Eine genaue Analyse mit Hintergründen findet sich hier.

Aber selbst wenn der Speicher korrekt gemessen wird, muss immer noch geprüft werden, was eigentlich den Speicher belegt: wenn ein Desktop wie Gnome oder KDE viel Speicher belegt beim Start, heißt das vor allen Dingen, dass sie umfangreiche Bilbiotheken laden, die eine Menge bieten - und von anderen Programmen genutzt werden können. Das führt zum Beispiel schnell dazu, dass beim Test einer Speicherauslastung mit mehreren Programmen eine Desktop-Umgebung kaum mehr Speicher braucht, während der Verbrauch anderer Umgebungen in die Höhe schnellt.

Doch selbst wenn diese Punkte berücksichtigt werden, muss beachtet werden, was die Desktops in dem Moment bereit stellen: KDE und auch Gnome werden in heutigen Versionen meist mit standardmäßig aktivierter Indizierung und Verschlagwortung von Dateien installiert, die zwischendurch mal anspringt, mal pausiert. Das kann Ergebnisse massiv verfälschen, wenn es nicht berücksichtigt wird. Auch sind meist Desktop-Effekte aktiviert - dass diese beiden Funktionen nicht ohne Einfluss auf den Verbrauch bleiben, versteht sich von selbst.

Ein Vergleich mit einem Desktop mit deutlich weniger Funktionen ist daher sinnfrei - sonst könnte man auch einen ausgeschalteten Rechner mit einbeziehen, der natürlich der Sieger wäre.

Die Zahlen des genannten Phoronix-Tests sind daher leider nicht zu gebrauchen.

Allgemein kann die Phoronix-Test-Suite bestimmt genutzt werden, um Daten zu ermitteln oder Trends zu erkennen. Das erfordert aber in jedem Fall klar definierte Rahmenbedingungen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit den verglichenen Objekten und deren Fähigkeiten und eine wissenschaftliche Analyse der ermittelten Daten. Bei diesem Test fehlt das aber - leider.

tux.jpgIch schaue mir derzeit den Browser rekonq an, ein auf WebKit basierender KDE-Browser, der von Einigen als der zukünftige neue Standardbrowser für KDE gehandelt wird. Ob es dazu kommt oder nicht, sei dahin gestellt, der Browser lässt sich in der derzeitigen Version 0.4 Beta aber schon recht gut nutzen: Kwallet-Integration, Addblock, Plugin-Support, etc.

Problematisch ist aber im derzeitigen git-checkout der Umgang mit den Favoriten auf der about:favorites-Seite: diese können zwar gelöscht, aber nicht ohne weitere neu erstellt werden. Die Favoriten können aber auch mit einem Eintrag in der Datei $HOME/.kde/share/config/rekonqrc definiert werden: der Abschnitt "NewTabPage" definiert diese. Dabei werden sowohl die URLs wie auch die Kommentare unter den Vorschauen mit Kommata getrennt:
[NewTabPage]
previewNames=http://www.heise.de,http://www.spiegel.de,http://www.tagesschau.de,,,,,
previewUrls=heise.de,spiegel.de,tagesschau.de,,,,,
An solchen Stellen zeigt sich, dass rekonq immer noch diverse Probleme hat, und noch reifen muss. Er hat aber zur Zeit eine Menge Potential, sich einen festen Platz in KDE zu erarbeiten.

tux.jpgSoeben wurde bekannt gegeben, dass Nokia und Intel ihre mobilen Linux-Plattformen verschmelzen, um eine gemeinsame Basis zu schaffen: MeeGo.

Mit Intel und Nokia hatten zwei Technik-Schwergewichte seit geraumer Zeit Ihre jeweils eigene Linux-Plattform für mobile Geräte: Nokia setzte auf Maemo, während Intel Moblin voran trieb. Diese standen sich in einem hart umkämpften Markt gegenüber, in dem auch Android und LiMo mit mischen - ganz zu schweigen von den proprietären Anbietern.

Nun haben Intel und Nokia bekannt gegeben, dass die beiden Projekte zukünftig ihre Kräfte in der gemeinsamen Plattform MeeGo bündeln werden:

Moblin und Maemo werden vereint! Wir nehmen die besten Teile dieser beiden Open-Source-Projekte, und erschaffen damit die MeeGo software platform.

Wirtschaftlich ist dieser Schritt einleuchtend: in einem so hart umkämpften Markt sind Intel und Nokia zwei schwergewichtige Partner, die sich gemeinsam auch gegen Größen wie Google, Apple oder Microsoft stemmen können. Bisher hatten sie jeweils alleine nur wenig Erfolg, Geräte mit Maemo oder Moblin gibt es nur vereinzelt. Darüber hinaus sind beide Plattformen technisch ähnlich gewesen, eine Zusammenarbeit spart hier Ressourcen. Da MeeGo aber auf allen möglichen Geräten, vom Mobiltelefon bis zum Fernseher laufen soll, stellt sich die Frage, ob Nokia und Intel beim Geräteangebot nicht auch in Konkurrenz treten werden.

Technisch ist interessant, dass MeeGo zukünftig auf Qt setzen wird. Dieses mittlerweile von Nokia voran getriebene Framework zum Programmieren grafischer Oberflächen ist unter Anderem die Basis für KDE. Auch wir bei credativ arbeiten häufig mit Qt, leisten bei Kunden dafür Support und kennen daher die Stärken der Oberfläche sehr gut: MeeGo baut mit Qt auf einer modernen und erprobten Oberfläche auf! Darüber hinaus wurde mitgeteilt, dass MeeGo auf RPM aufsetzen wird. Das, zusammen mit dem Hinweis auf "kickstart"-Dateien im Entwickler-Bereich, legt nahe, dass die zukünftige Basis von MeeGo sich in der Nähe von Distributionen wie OpenSuse, Fedora oder RHEL befindet.

Neben dem technischen und wirtschaftlichen Aspekten ist aber vor allen Dingen wichtig, wie die Community integriert wird: während LiMo nachgesagt wird, dass es faktisch die Community außen vor lässt, hat sich Android jede Menge Kritik gefallen lassen müssen, da sie ihre Änderungen an z.B. dem Kernel nicht in diesen einbringen. MeeGo hingegen soll unter der Schirmherrschaft der Linux-Foundation entwickelt werden, die der Community nicht fremd ist und bei der auch namenhafte Entwickler angestellt sind.

Es wird sich zeigen, wie sehr MeeGo sich im Markt behaupten wird - noch gibt es keine Geräte in der Masse. Spannender wird der Wettbewerb dadurch aber allemal.

klogo-official-oxygen-128x128.pngHeute hat das KDE-Projekt die Version 4.4 seiner Software-Sammlung veröffentlicht. Neben neuen wissenschaftlichen Programmen setzt diese Version insbesondere auf Ausbau und Stabilität der vorhandenen Programme und Funktionen.

Das KDE Projekt hat die Version 4.4 seines "KDE Software Compilation" (KDE SC) genannten Software-Pakets veröffentlicht. Die neue Version besticht insbesondere durch viele Detail-Verbesserungen:

kde44-general-desktop-300x187.jpg

Eine Übersicht über alle Neuerungen findet sich im Feature Guide, der diese in Bild und Ton erläutert. Einen ersten Eindruck vermittelt die folgende Liste der wichtigsten Änderungen:

  • Umfangreiche Verbesserungen im semantischen Suchsystem Nepomuk: durch ein neues Standard-Backend ist die Verarbeitung der Daten und die Suche deutlich schneller.
  • Plasma wurde weiter verbessert: Widgets können mit anderen Nutzern im Netzwerk ausgetauscht werden, und der Umgang mit Speichermedien wurde überarbeitet.
  • Neue Programme: neben dem Blog-Programm Blogilo liegen KDE SC 4.4 erstmals die wissenschaftlichen Programme Cantor und Rocs bei.
  • Die Plattform zum Entwickeln neuer KDE-Software wurde um das neue Authentifizierungs-Framework KAuth ergänzt. Damit ist es möglich, den Nutzern auf einfachem und sicheren Weg erweiterte Rechte zu gewährleisten.

Ein anderes neues Feature, dass dem Autor dieses Artikels besonders am Herzen liegt, ist die Unterstützung von automatischen Fenstergrößen, wenn ein Fenster an einen bestimmten Rand geschoben wird: so nehmen Fenster z.B. automatisch die linke Hälfte des Bildschirms ein, wenn sie gegen die linke Bildschirmseite geschoben werden. Dies vereinfacht das Arbeiten mit mehreren Fenstern auf großen Bildschirmen erheblich!

Verglichen mit den letzten KDE-Versionen bringt dieses Release aber trotz der aufgelisteten Neuigkeiten eher wenige fundamentale Änderungen mit sich: die Entwickler haben sich eher auf Stabilität und Detailarbeiten konzentriert. Das Release wird daher auch den Nutzern ans Herz gelegt, die bisher den Wechsel von KDE 3.x auf KDE 4.x nicht gewagt haben. Es ist aber sowieso damit zu rechnen, dass die Distributionen KDE 4.4 zügig als Standard-Version aufnehmen werden.

Im Rahmen der Veröffentlichung von KDE SC 4.4 wurde auch die Webseite des KDE-Projekts überarbeitet: kde.org hat ein neues Design, und greift bei den bereit gestellten Informationen auch auf externe Dienste wie opendesktop.org zurück. Auf diesem Weg werden den interessierten Nutzern deutlich detailliertere und aktuellere Informationen über die verfügbare Software zur Verfügung gestellt.

Wir bei credativ gratulieren dem KDE-Projekt zu diesem beeindruckenden Release und wünschen für die Zukunft nur das Beste!