Customer Story: Landeshauptstadt München

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LiMux.jpgIm Rahmen der Rubrik "Customer Stories" stellen wir unsere Kunden und die jeweils mit den Kunden verwirklichten Projekte vor. Diese Customer Story betrifft die Bayerische Landeshauptstadt München.

Die credativ GmbH unterstützt seit dem Jahr 2008 das LiMux-Projekt der Stadt München, in dessen Rahmen die meisten der ca. 15000 Arbeitsplatz-Rechner der Stadtverwaltung auf Linux umgestellt werden. Nach einer langjährigen Planungs- und Anlauf-Phase wurde die Migration in den letzten Jahren stark vorangetrieben.

Ende November 2012 wurde schließlich das Projektziel erreicht: Über 12000 migrierte LiMux-Basisclients sind im Betrieb. Inzwischen wird das LiMux-Projekt als "Erfolgs-Story" für eine erfolgreiche Migration im öffentlichen Sektor bezeichnet. Die Einsparungen gegenüber dem fortgesetzten Betrieb von Microsoft Windows und Microsoft Office betragen mehr als 10 Millionen Euro.

Die LiMux-Basisclients werden dabei in den einzelnen Referaten der Landeshauptstadt zentral von sogenannten Verteilservern durch die jeweiligen Administratoren installiert, konfiguriert und administriert. Die beiden Haupt-Komponenten sind dabei die LDAP-basierte Konfigurations- und Administrations-Management-Lösung GOsa² und das Installations-Management FAI (Fully Automatic Installation).

Diese Backend-Komponenten waren hauptsächlich der Schwerpunkt der bisherigen Arbeiten der credativ GmbH für die Landeshauptstadt München. Ein Teil dieser Arbeiten betraf dabei die Planung und Entwicklung neuer Features für die Erleichterung der täglichen Arbeiten der Administratoren in den Referaten. Ein anderer Schwerpunkt war die Verbesserung der Skalierbarkeit bei Masseninstallationen, wodurch der Massen-Rollout der Migration ermöglicht wurde. Darüberhinaus wurden viele kleine und große Fehler beseitigt und die Benutzeroberfläche vereinheitlicht.

LiMux-Projektleiter Peter Hoffmann meint:

"Die Zusammenarbeit mit der credativ GmbH über die letzten Jahre war zu unserer vollsten Zufriedenheit. Als ortsansässiger, Open-Source orientierter mittelständiger Dienstleiter verkörpert die credativ GmbH unser Bestreben, herstellerunabhängig und mit offenen Standards das LiMux-Projekt voranzutreiben".

Der Haupt-Grund für die benötigten Arbeiten ist die Art der Benutzung von GOsa² durch das LiMux-Projekt: GOsa² ist im Prinzip eine Web-Anwendung, mit der Benutzer und dazugehörige Dienste wie Email oder Datei-Freigaben administriert werden können. Die Stadt München benutzt GOsa² zwar nicht für das Anlegen von Benutzern und das Ändern der Nutzerdaten (hierfür wird ein schon vorher verwendetes Programm benutzt), wohl aber für die Konfiguration von Benutzern und die Administration von Basisclients. Darüberhinaus werden bei der Stadt München auch eine sehr große Anzahl an Clients und Benutzern mit GOsa² verwaltet.

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Das Hauptmenü von GOsa²

Größere Teile dieser Funktionalität wurden speziell für die Migrations-Anforderungen der Stadt München entwickelt und werden von anderen GOsa²-Benutzern gar nicht oder nur kaum verwendet. Die hauptsächlichen Bereiche des GOsa²-Einsatzes der Stadt München sind:

1. Die Konfiguration von Desktop-Einstellungen von Benutzern (oder Gruppen von Benutzern), wie Desktop-Shortcuts, Startmenü-Einträge, Login/Logoff-Skripte, Freigaben, Drucker usw. Diese Einstellungen werden beim Einloggen eines Benutzers an einem Basisclient im LDAP abgefragt und über entsprechende Skripte konfiguriert.

2. Die Konfiguration von Basisclients (oder Gruppen von Clients) und Verteilservern, wie verwendete LDAP/NTP-Server, System-weite Freigaben und Drucker. Für (Verteil-)Server können zusätzlich verschiedene Dienste, wie etwas LDAP-, NTP-, oder Logging-Server konfiguriert werden, sowie Software-Repositories.

3. Die Konfiguration von FAI-Klassen für die Software-Verteilung. FAI wird üblicherweise durch Text-Dateien verwaltet; durch die Speicherung der Daten im LDAP ist die komfortable Veränderung der verschiedenen Installations-Profile und deren Partitionierungs-Schemata, Paketlisten und Konfigurations-Skripte über die GOsa²-Webanwendung möglich.

4. Die Fernwartung von Basisclients und Verteilservern über das GOsa-SI genannte Client/Server-System, wodurch das Neustarten, Neuinstallieren oder An- und Abschalten von Systemen möglich ist. Über diese Client/Server-Kommunikation können außerdem auch Nachrichten an eingeloggte Benutzer versandt werden und der Installations-Fortschritt eines Systems überwacht werden.

Im Laufe der Jahre wurden umfangreiche Änderungen durch die credativ GmbH an den obigen Einsatzbereichen vorgenommen. Bis Mitte 2011 basierte die vom LiMux-Projekt eingesetzte Code-Basis auf Version 2.6 von GOsa² und war in einem 2.6-lhm-Zweig im Subversion-Repository von GOsa² öffentlich verfügbar. In diesem Zweig wurden seit 2008 über 250 Changesets von der credativ GmbH eingepflegt.

Im Herbst 2011 hat sich das LiMux-Projekt entschieden zur neuen Version 2.7 von Gosa² zu wechseln. Hierfür wurden zunächst bis Ende 2011 die noch nicht im Haupt-Entwicklungszweig eingeflossenen und weiterhin nötigen Änderungen des 2.6-lhm-Zweigs auf die 2.7 Code-Basis portiert, was in ca. 90 Changesets mündete.

Da in Version 2.7 von GOsa² die Software-Verteilung mit FAI und die System-Verwaltung mit GOsa-SI graduell durch neue Projekte abgelöst wurden, waren eine Reihe der von der Stadt München verwendeten Funktionalitäten nicht mehr komplett funktionsfähig. Seit Anfang 2012 wurden deshalb durch Tests neu gefundene Probleme in GOsa²-2.7 von der credativ GmbH behoben, sowie eine Reihe von neuen Features implementiert. Dies führte zu weiteren 200 Changesets, und 4000 neuen Code-Zeilen (wobei 1000 Code-Zeilen entfernt wurden) innerhalb von etwa vier Monaten. Diese Arbeiten wurden im Sommer 2012 in einem öffentlichen Git-Repository bereitgestellt und somit der Open-Source Community zurückgegeben.

Bezüglich der geleisteten Arbeiten sagt Michael Dusel, Leiter der Entwicklung Basisclient des LiMux-Projekts:

"Die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der credativ GmbH war stes überaus freundlich. Besonders während der Umstellung von GOsa² 2.6 nach 2.7 konnten wir uns die schnelle und professionelle Hilfe der credativ GmbH verlassen. So wurden während der Testphase neu in GOsa²-2.7 gefundene Probleme rasch durch die Entwickler der credativ GmbH beseitigt und erhebliche neue Funktionalität zu unserer Zufriedenheit implementiert".

Neben den Arbeiten an GOsa² hat die credativ GmbH auch noch weitere Unterstützungs-Leistungen für die Stadt München erbracht. So wurden verschiedene Probleme des Basisclients diagnostiziert, und die Debian-Spezialisten der credativ GmbH haben Paketierungs-Unterstützung zum Beispiel für das Paketieren und Backporting von verschiedenen Paketen (u.a. Firefox und dessen Erweiterungen) geliefert.

Zusammengefasst kann man sagen, dass das LiMux-Projekt auf einem sehr guten Weg ist und die credativ GmbH stolz ist, ihren Teil dazu beizutragen. Wir erwarten, dass die Erfolge der Stadt München auch andere Gemeinden oder öffentliche Verwaltungen zu ähnlichen Migrationen ermutigen. Wir unterstützen Sie dabei gerne mit unserem Know-How. Bei Interesse genügt eine Mail an limux@credativ.com.

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