Archiv für Mai 2010

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Kürzlich wurde eine Statistik veröffentlicht, bei der die einzelnen Committer des PostgreSQL-Projekts aufgelistet wurden. Mit dabei sind mehrere Mitarbeiter von credativ.


PostgreSQLs Andrew Dunstan Statistiken hat eine Statistik über die Produktivität der PostgreSQL-Committer veröffentlicht. Darin ist aufgeführt, welche Entwickler mit Commit-Rechten wie viele Commits durchgeführt haben. Zwar lässt dies keine Rückschlüsse darauf zu, wie viel Code der jeweilige Entwickler tatsächlich beigesteuert oder wie viel Review-Mühen er sich gemacht hat; aber es es ist ein Indiz dafür, dass sich bestimmte Entwickler viel in das Projekt einbringen.

Die credativ GmbH versteht sich als Teil der Community vieler Open-Source-Projekte - so auch bei PostgreSQL. Dass dies ernst gemeint ist und in der Firma gelebt wird, zeigt sich so auch in der von Andrew Dunstan erstellten Statistik: von den aufgeführten Committern arbeiten gleich mehrere in den verschiedenen internationalen Büros von credativ: Michael Meskes, Joe Conway und davec, Dave Cramer. Dabei fehlen aber auch noch die Mitarbeiter von credativ, die selbst viel Code beisteuern, aber keine Commits vornehmen. So ist z.B. Bernd Helmle den Lesern dieses Blogs wegen seiner umfangreichen Artikel zu PostgreSQL nicht nur als Autor, sondern auch als Entwickler bestens bekannt, taucht aber in Andrews Statistik nicht auf.

Als Indiz bestätigt die Liste uns aber, dass die Bemühungen der Firma, aber auch die Verbundenheit unserer Mitarbeiter mit Open Source Früchte trägt. Wenn Ihr mehr über unser Open-Source-Engagement wissen wollt, hinterlasst einfach einen Kommentar. Falls Ihr euch für unser Open Source Support Angebot interessiert, gibt es auch noch diverse andere Kontaktmöglichkeiten.

tux.jpgGoogle hat den Videocodec VP8 unter einer freien Lizenz veröffentlicht und preist diesen als Standard-Video-Codec für das Internet an.

Google hatte On2-Technologies aufgekauft, und im Zuge dessen auch den Video-Codec VP8 übernommen. Dieser wurde nun unter einer freien Lizenz veröffentlicht und soll dem Willen Googles nach der zukünftige Videostandard des Netzes werden. Das zu diesem Zweck eigenes gegründete Open Web Media Project soll die Firmen und Projekte hinter dem Video-Codec bündeln und diesem so die notwendige Verbreitung und Akzeptanz sichern.

Hintergrund des Schritts ist, dass es für den HTML5-Video-Standard des WWW bisher keinen einheitlichen Codec gibt: kommerzielle Anbieter setzen meist auf H.264, dieser ist jedoch Patentbelastet und erfordert zukünftig Lizenzzahlungen. Freie Projekte setzen daher lieber auf den freien Ogg Theora (das übrigens ebenfalls aus einem Video-Codec von On2 hervor gegangen ist), welches aber häufig wegen einer geringeren Qualität gegenüber H.264 kritisiert wird. Kritiker vermuten außerdem auch bei diesem noch nicht bekannte Patente.

Der von Google vorgestellte Codec soll hier Abhilfe schaffen - die Qualität kann sich sehen lassen, und Google selbst hält diverse Patente an dem Codec selbst. Außerdem ist die Zahl der Unterstützer sehr groß. Medienberichten soll auch Microsofts zukünftiger Browser IE 9 VP8 unterstützen sofern er installiert ist, womit von den großen Software-Herstellern nur noch Apple in der Liste der Unterstützer fehlt.

Es bleibt abzuwarten, ob VP8 sich gegen H.264 durchsetzt, oder aber ob es einen Konter der Interessengruppen rund um H.264 gibt, um zum Beispiel dauerhaft zukünftig eine zumindest kostenfreie Version H.264 zu erlauben.

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tux.jpgIn 6 Monaten wird RHEL 3 sowie alle davon abgeleiteten Distributionen das Ende ereilen: sie werden ab da nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt werden.

Für Red Hats kommerzielle Linux-Distribution werden regulär 7 Jahre lang Updates angeboten. Für den Zweig 3.x der Distribution nähert sich damit das Ende: am 31. Oktober 2010 sind die 7 Jahre um, es wird keinen weiteren Support mehr geben. Dies betrifft auch die Community-Distributionen, die auf den Quellen von RHEL aufbauen, wie CentOS und Scientific Linux.

Nutzern der Distribution legen wir ein Upgrade auf eine neuere Version wärmstens ans Herz, da sonst nicht garantiert werden kann, dass die Maschinen zuverlässig und vor allen Dingen sicher weiter laufen. Zur Zeit liegen für alle genannten Distributionen die aktuell noch gepflegten Zweige 4.x und 5.x vor, ein Release des Zweigs 6.x könnte eventuell noch rechtzeitig zum EOL des Zweigs 3.x veröffentlicht werden.
Da solche Upgrades sehr umfangreich und arbeitsaufwendig sein können, bietet sich alternativ auch eine Migration auf eine andere Distribution wie Debian an.

Ein entsprechender Upgrade-Plan sollte aber in jedem Fall bereits jetzt evaluiert werden - tendenziell sind es gerade die Maschinen des sensiblen produktiven Betriebs, die selten angefasst und noch seltener aktualisiert werden. Eine tiefgehende Analyse des Ist-Zustands so wie der Ansprüche, Notwendigkeiten und Bedingungen an das System vor dem Upgrade sind genau so unerlässlich wie Tests auf Staging-Systemen und eine frühzeitige Migration lange vor dem EoL. Wer bis zum letzten Tag wartet, tut sich keinen Gefallen.

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Die PostgreSQL Entwicklergemeinde hat heute die erste Betaversion der kommenden 9.0-Release veröffentlicht. Über 200 neue Funktionen und Verbesserungen werden durch den Sprung auf den 9er-Zweig unterstrichen.

Mit dem neuen Release verfügt PostgreSQL unter Anderem nun über eine eingebaute Replikationslösung sowie die Fähigkeit, lesend auf Standby-Knoten zuzugreifen, die über Log-Shipping kontinuierlich aktualisiert werden (Hot Standby). Streaming Replication gestattet das Senden von Transaktionsinformationen direkt an einen oder mehrere Standby-Knoten, was den Zeitverlust gegenüber herkömmlichen, dateibasiertem Log-Shipping erheblich reduziert. In Kombination stellen beide Funktionen eine äußerst leistungsfähige Lösung für hochverfügbare oder leistungsverteilte Systeme dar.

Des weiteren bietet die neue PostgreSQL-Version weitere Neuerungen:

  • Hauptspeicherbasiertes LISTEN/NOTIFY; dies löst die bisherige Tabellenbasierte Implementierung mit deutlicher Geschwindigkeitssteigerung ab.
  • Exclusion Constraints, erweitert Constraints um die Fähigkeit, übergreifende Einschränkungen über komplexe Datentypen hinweg zu definieren
  • Prozeduraler Code wie PL/pgSQL, PL/Perl und PL/Python kann nun inline per DO-Befehl ausgeführt
  • werden. Damit entfällt das vorher notwendige definieren einer Prozedur bzw. Funktion mit CREATE FUNCTION
  • Trigger auf Spaltenebene
  • Trigger können nun ebenfalls an Bedingungen geknüpft werden
  • Benannte Argumentlisten für Prozeduren
  • Parameter können nun flexibel an Rollen/Datenbanken geknüpft werden

Wie immer sind alle Interessierten aufgefordert, ihre Testergebnisse und -Eindrücke den Entwicklern mitzuteilen. Informationen für das Vorgehen für Tests und Erstellen von Fehlerberichten können im Wiki eingesehen werden.

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