Wie soeben bekannt wurde, hat die Khronos-Gruppe die Versionen 3.3 und 4.0 der 2D und 3D-API OpenGL veröffentlicht. Insbesondere die Version 4.0 ist unerwartet.
Nachdem OpenGL sich zwischen den Jahren 2004 und 2008 kaum bewegte, ja fast schon tot gesagt wurde und immer weiter hinter den Konkurrenten DirectX zurück fiel, konzentriert sich die dafür verantwortliche Khronos-Gruppe seit Mitte 2008 wieder verstärkt auf die Fortentwicklung der Spezifikation: 2008 wurde die Version 3.0 veröffentlicht, 2009 folgten 3.1 und 3.2. Für diese Tage war die Version 3.3 erwartet worden, doch wurde heute neben 3.3 auch die Version 4.0 der überraschten Öffentlichkeit präsentiert.
Laut der Khronos-Gruppe bietet OpenGL 4.0 eine API, um auch modernste Hardware zu unterstützen - dies positioniert die neue API indirekt als Konkurrent zu DirectX11, das bisher neueste Hardware besser ansprechen konnte als das auf etwas ältere Hardware ausgelegte OpenGL 3.x. Dies konnte im Sinne der Unterstützung eher mit DirectX10 verglichen werden kann. Auch weist die Pressemitteilung explizit darauf hin, dass dieses Release insbesondere auf die Ansprüche der Entwickler angepasst ist und eine einfachere Entwicklung von Programmen ermöglichen soll.
Die neue API kommt aber erst zum Tragen, wenn sie auch implementiert wird: AMD und NVIDIA werden beide in der Pressemitteilung zitiert mit den Worten, dass sie bald die neue API unterstützen werden. Da NVIDIA und ATI in ihren Treibern für Linux und Windows weitestgehend den gleichen OpenGL-Stack verwenden, wird die OpenGL-4.0-Unterstützung damit auch bald unter Linux Einzug halten. Länger dauern wird es aber bei freien Linux-Treiber von Grafikkarten: die freie OpenGL-Implementierung Mesa3D bietet bisher nicht mal eine erste OpenGL-3.x-Unterstützung. Doch auch hier bewegt sich viel: während in der Vergangenheit teilweise Monate nichts von dem Projekt zu hören war, gibt es mittlerweile monatlich neue Versionen und Bugfix-Releases.
Wir von credativ wünschen uns transparentere Prozesse bei der Khronos-Gruppe, begrüßen aber natürlich das neue Release - immerhin sind Support und Service rund um Open Source unser Tagesgeschäft, und OpenGL ist ein wichtiger Bestandteil der Open-Source-Welt.




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